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Hochsensitivität


Hochsensibilität und Hochbegabung

Intuition ist eine durch alle Denkbarrieren plätschernde kosmische Zärtlichkeit

Peter Horten "Die zweite Saite" 2004   


Von zehn KlientInnen, die an einem Coaching in der 'Praxis für Hochsensibilität und Hochbegabung' teilnehmen, sind etwa zwei hochsensitiv. Dabei handelt es sich um eine besonders stark ausgeprägte Form der Hochsensibilität, die ihnen transpersonale Erfahrungen ermöglicht und in der Umgangssprache als "sechster Sinn" bezeichnet wird.

Der Schweizer Arzt Jakob Bösch führt dazu aus: "Sensitivität wird definiert als besondere Empfindsamkeit und Offenheit für Gefühle, Gedanken, Botschaften und Zustände von anderen Menschen oder anderen Bewusstseinsebenen. Sensitivität ist in diesem Sinne ein Sammelbegriff für Begabungen, die auch als Intuition, Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, Telepathie, Präkognition und Ähnliches bezeichnet werden... Die am ehesten akzeptierte sensitive Fähigkeit ist die Intuition, das innere Gefühl, die innere Gewissheit, zum Beispiel bezüglich einer anstehenden Entscheidung, die das rationale Abwägen oft ergänzt oder manchmal auch ersetzt." (Spirituelles Heilen und Schulmedizin, S. 35).

Selbstverständlich verfügen auch Menschen, die nicht hochsensitiv sind, über intuitive Fähigkeiten. Bei Hochsensitiven sind sie jedoch besonders stark ausgeprägt.

Die meisten sensitiven Menschen verbergen und verschweigen diese Eigenschaft, da sie befürchten, dass andere sie auslachen oder für verrückt erklären. Tatsächlich erhalten sie im herkömmlichen psychotherapeutischen oder psychiatrischen Kontext oft defizitorientierte, das heißt - nach Krankheitsbildern ausgerichtete - Diagnosen, weil den Behandelnden das Phänomen Hochsensitivität nicht bekannt ist.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist, ob diese Menschen ihre Fähigkeiten zu ihrem eigenen Wohl und dem anderer nutzen oder ob sie sich in destruktivem Verhalten äußern. Zur ersten Gruppe gehören beispielsweise Ärzte oder Therapeutinnen, die über ein großes diagnostisches Potenzial verfügen, das aus Erfahrung und Intuition besteht oder Rechtsanwälte, die die Argumente der Gegenseite nicht nur logisch herleiten sondern auch intuitiv erahnen und sich entsprechend darauf einstellen können. Auch unter Künstlerinnen und Künstlern finden sich viele Hochsensitive, die diese Eigenschaft in ihre Werke einfließen lassen, so dass sie auf Betrachter, Hörer oder Leser eine starke, unerklärliche Faszination ausüben.

Hochsensitive Kinder, Jugendliche und Erwachsene berichten, dass sie Dinge geträumt hatten, die später genauso eintrafen oder Vorahnungen, die sich bewahrheiteten. Ein Mädchen zum Beispiel bat ihre Mutter beim Autofahren, eine bestimmte Strecke zu meiden, weil es dort Stau gäbe, die Mutter meinte, dort sei nie Stau und als sie hinfuhren, war in dieser Straße eine kilometerlange Schlange. Eine Frau hatte im ersten Augenblick, als sie ihren künftigen Mann sah, die spontane Eingebung "der ist es" und im Verlauf des Kennenlernens stellte sich heraus, dass beide sehr viele Gemeinsamkeiten hatten, von Anfang an eine starke Vertrautheit fühlten und den Eindruck hatten, sich schon sehr lange zu kennen. Gemeinsam ist diesen Phänomenen, dass sie rational nicht erklärt werden können: Das Mädchen hatte keine Verkehrsmeldungen gehört, die Frau keinerlei Vorwissen bezüglich des Mannes, das bewirkt hätte, ihn als möglichen künftigen Partner in Erwägung zu ziehen.

Für Hochsensitive ist es ganz besonders wichtig, sich in einen geschützten Raum zu begeben, in dem Vertrauen entsteht, weil sie spüren, dass sie verstanden und akzeptiert werden, wie sie sind. So können sie sich öffnen, über ihre besondere Art der Wahrnehmung und damit verbundenen Erfahrungen sprechen.

Für alle ist es eine enorme Erleichterung und Entlastung, wenn sie ein Gegenüber vorfinden, das Hochsensitivität als besondere und gleichzeitig völlig "normale" Fähigkeit versteht, sie als Stärke begreift und ihnen Methoden vermittelt, um gut mit sich und der eigenen Wahrnehmung umzugehen und sie - im persönlichen und beruflichen Kontext - zu nutzen.


© Petra Moira Schmidt