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FAQ - Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Hochbegabung und Hochsensibilität



Hochbegabung - ist mein Kind oder bin ich hochbegabt?

Folgende Punkte weisen auf eine Hoch- oder Teilhochbegabung hin: Bei selbstgewählten Themen besteht ein großer Wissensdurst und Forscherdrang; Der bzw. die Betreffende gibt sich nicht mit oberflächlichem Wissen zufrieden sondern möchte "in die Tiefe gehen", zum jeweiligen Thema wird sich ein sehr umfangreiches Wissen angeeignet (Tendenz zum Spezialistentum); es besteht eine allgemeine Abneigung bezüglich "Smalltalk", der nichts mit den eigenen Interessen zu tun hat.

Worin besteht der Unterschied zwischen Hochbegabung und AD(H)S?

Hochbegabte können sich bei einer Tätigkeit, die ihnen Freude bereitet, über einen sehr langen Zeitraum konzentrieren, Menschen mit AD(H)S wechseln auch unter diesen günstigen Umständen häufig die Tätigkeit.

Warum haben Hochbegabte, obwohl sie sehr intelligent sind, häufig Lernprobleme?

Hochbegabte sind meist überwiegend visuelle Lerntypen, die gängige Wissensvermittlung über Sprache und Schrift ist nicht ihr bevorzugter Kanal, um sich Inhalte anzueignen und zu behalten.

Warum schreiben Hochbegabte - trotz ihrer Intelligenz - schlechte Noten?

Hochbegabte langweilen sich bei zu vielen Wiederholungen von Stoff, den sie bereits beherrschen oder bei monotonem Unterricht. Daher zeigen sie Konzentrationsprobleme - sie träumen weg oder werden unruhig - haben Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Daher entgeht ihnen vieles und sie können es bei Klassenarbeiten und Tests nicht abrufen.

Warum haben Hochbegabte Probleme mit LehrerInnen oder Vorgesetzten?

Hochbegabte nehmen LehrerInnen oder Vorgesetzte oft nicht ernst, wenn sie merken, dass sie jenen geistig überlegen sind.

Warum werden Hochbegabte in Schule und Beruf oft ausgegrenzt?

Die Ausgrenzung erfolgt durch Menschen, die in der Hierarchie über ihnen stehen (z.B. LehrerInnen, Vorgesetzte) und ihnen intellektuell gleichzeitig unterlegen sind. Sie nutzen ihre Macht, um Hochbegabte klein zu halten und gleichzeitig die Situation zu kontrollieren. Ihr Verhalten wirkt auf andere SchülerInnen oder MitarbeiterInnen wie ein "Zündfunke", sie beginnen, es nachzuahmen. Daher sind Hochbegabte häufig Opfer von Mobbing.

Was bedeutet Hochsensibilität?

Hochsensible sind Menschen mit einer feineren, tiefer gehenden Wahrnehmung als andere, die sich in einer starken Geruchs-, Gehör- oder Gefühlsempfindlichkeit äußert oder in der Beeinflussung durch visuelle Reize.

Wie hängen Hochbegabung und Hochsensibilität zusammen?

Hochsensibel sind etwa 15-20 Prozent aller Menschen, hochbegabt etwa 2-3 Prozent. Bisher gibt es noch keine fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie beide Merkmale zusammenhängen.

Soll ich mit LehrerInnen oder Vorgesetzten über die Hochbegabung/Hochsensibilität meines Kindes bzw. meiner eigenen sprechen?

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, es nicht zu tun, da die Gefahr besteht, dass Stereotypen aktiviert werden (die Mutter, die sich auf ihr "ganz besonderes Kind" etwas einbildet; der Mitarbeiter, der überempfindlich und nicht belastbar ist). Stattdessen können Sie LehrerInnen sagen, wie ihr Kind "tickt", was es braucht, um sich wohlzufühlen oder unter welchen Bedingungen Sie gut arbeiten können.

Wie verhalte ich mich, wenn eine medikamentöse Behandlung, Psychotherapie oder ein Klinikaufenthalt von Fachpersonen vorgeschlagen wird, obwohl ich überzeugt bin, mein Kind braucht bzw. ich brauche eine andere Form der Unterstützung?

Falls kein Notfall besteht, ist der Zeitfaktor maßgebend. Lassen Sie sich nicht vorschnell zu etwas drängen, zögern Sie die Entscheidung hinaus und suchen Sie nach Alternativen. Meist beruhigt sich die Lage, wenn die zuständigen Stellen merken, dass Sie bei der Suche nach Lösungen mitarbeiten und eigenständig aktiv werden. Dabei beraten und unterstützen wir Sie gern!

© Petra Moira Schmidt